Kontakt

Beratungszeiten
Aktuell sind unsere telefonischen Beratungszeiten Dienstags und Donnerstags von 11 bis 13 Uhr.
Tel.: 0331 - 716 499

Bürozeiten
Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr

Rudolf-Breitscheid-Str. 164
14482 Potsdam
Tel.: 0331 - 716 413
Fax: 0331 - 887 15 460
info [at] fluechtlingsrat-brandenburg [dot] de

Kontaktformular

Karte

Spenden

Flüchtlingsarbeit ist nicht kostenlos und schon gar nicht umsonst. Deshalb freuen wir uns über Spenden zur Unterstützung der Arbeit des Brandenburgischen Flüchtlingsrats. Diese können Sie in beliebiger Höhe auf unser Konto überweisen, auf Wunsch erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenbescheinigung, da wir als gemeinnütziger Verein anerkannt sind.

Förderverein des Brandenburgischen Flüchtlingsrats e.V. Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam Konto Nr.: 350 1010 000 BLZ: 160 500 00 IBAN.: DE33 1605 0000 3501 0100 00 SWIFT-BIC: WELADED1PMB

Gefördert von


Logo Pro Asyl
Für projektspezifische Förderung siehe Projekte

Cap Anamur: 7. Prozesstag

Fünf Zeugen hatte die Staatsanwaltschaft heute aufgeboten – und alle litten sie (wie schon so viele der vor Gericht erschienenen Beamten) unter mehr oder weniger ausgeprägtem Gedächtnisverlust: “Das weiss ich nicht mehr – ist alles schon so lange her!” war die meistgehörte Antwort des Tages im Saal Nummer 7 des Justizpalastes zu Agrigento. Diesmal waren es vor allem Funker aus der Kommunikation-Zentrale von ‘Radio Palermo’, die sich an entscheidende Details einfach nicht mehr erinnern konnten: “Haben Sie mit der ‘Cap Anamur’ Kontakt gehabt – und was war der Inhalt des Gesprächs?”, wollten unsere Verteidiger wissen. “Ich hatte Feierabend und bin dann nachhause gegangen”, berichtete der Chef der Seefunkstelle, “ein Kollege sollte den Fall übernehmen!” – “Welcher Kollege?” – “Das weiss ich leider nicht mehr!” Auch die Behauptung, wir hätten Anweisungen der Küstenwache ignoriert, löste sich schließlich in Rauch auf: “Die Verbindung war so schlecht, man hat kaum ein Wort verstanden, da war ein amerikanisches Kriegsschiff, das hat dazwischengefunkt!”

Dennoch beharrte ein weiterer Funker, der am Abend des 30. Juni 2004 in Palermo Dienst hatte, darauf, wir hätten “trotz Aufforderung die Position nicht gesagt!” Unser Verteidiger Vittorio Porzio legte dem Zeugen daraufhin eine Abschrift der Funkprotokolle vor, auf der unsere Position gleich zweimal schwarz auf weiss geschrieben steht. “Oh, na wenn es da steht muss es wohl so gewesen sein”, meinte daraufhin der Zeuge lakonisch. Unsere Verteidigung beantragte umgehend ein Sachverständigen-Gutachten zu den Mitschnitt-Bändern, um alle Zweifel auszuräumen – der Staatsanwalt schloss sich dem Antrag an. Zum nächsten Verhandlungstag wurde der 16. April bestimmt.

Comments are closed.