TEILHABE. BOTTOM UP!

Projektlaufzeit: Jan 2024 – Dezember 2024
(= 1. Projektjahr. Eine Verlängerung wird angestrebt)

Verbaute Zugänge, verhinderte Teilhabe und Marginalisierung spiegeln die Lebensrealität vieler Geflüchteter in Brandenburg wieder. Dem zugrunde liegt sich durch alle Lebensbereiche ziehende strukturelle Diskriminierung und institutioneller Rassismus: gesundheitliche Notversorgung, jahrelange Leben in Gemeinschaftsunterkünften, eingeschränkter bis zu verwehrter Zugang zu Arbeit und Beschulung, jahrelange Familientrennungen, aufenthaltsrechtlich prekäre Status und damit verbundene Angst vor Abschiebung, Abhängigkeit von Behördenentscheidungen und Unterkunftsbetreibern, welche willkürlich Eingriffe in das Leben vornehmen und oftmals die Verbesserung der Umstände versagen.

Als widerständiger und solidarischer Gegenpol unterstützen Selbstorganisationen von Menschen mit Fluchterfahrung (Selbstorganisationen) die:den Einzelne:n dabei, die Hürden auf dem Weg zur Verbesserung ihrer Lebensumstände anzugehen, diskriminierenden und /oder rassistischen Erfahrungen standhalten zu können und ihre Rechte und Teilhabe (wieder) einzufordern. Als Selbstvertretungen sind sie bundes- und brandenburgweit aktiv und haben teils seit Jahrzehnten konsolidierte Strukturen, verfügen über vielfältige Zugänge und Netzwerke, Expertise und Erfahrungen. Viele Geflüchteten wurden durch diese selbstorganisierten Zusammenschlüsse dazu inspiriert und befähigt, für ihre eigenen Rechte einzutreten und ihr Wissen an andere weiterzugeben.

Im vielfältigen Akteursfeld im Themenbereich Fluchtmigration werden Selbstorganisationen jedoch weiterhin strukturell marginalisiert, verdrängt bis hinzu aus wichtigen Diskursen ausgeschlossen. Von einer gleichberechtigten Kooperation zwischen Geflüchtetenselbstorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationsformen kann bei weitem nicht gesprochen werden. Im öffentlichen Diskurs wird den Stimmen der Selbstvertretung nur wenig Gehör gegeben. Auch mangelnde Diversität in der NGO-Landschaft im Bereich Fluchtmigration bleibt weiter vorherrschend. In Gremien und Arbeitskreisen fehlt die Selbstvertretung von Geflüchteten oft gänzlich. Die Dominanz der als etabliert geltenden und gehörten Organisationen spiegelt sich häufig ebenso in denen ihnen zugestandenen finanziellen Ressourcen wieder.

Wie kann ein macht-kritischer Prozess zwischen unterschiedlichen Akteur:innen im Feld Fluchtmigration gestaltet werden? Was braucht es für eine strukturelle Öffnung und für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe? In wieweit können NGOs und selbstorganisierte Geflüchtetengruppen gemeinsam politisch wirksamer werden? Wie kann dem Ungleichgewicht in Interaktionen zwischen NGOs und Selbstorganisationen begegnet werden?

Dies sind Fragen, die jedoch nicht einfach so dazu führen, dass Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ausschluss nicht fortgeführt werden. Genau hier will das Projekt Teilhabe. Bottom Up! ansetzen und in dem beschriebenen Akteurs- und Spannungsfeld den Blick in zwei Richtungen wenden: Durch Empowerment-Ansätzen und Capacity-Building-Prozessen orientierten Unterstützungsangeboten sollen Selbstorganisationen dabei unterstützt werden, sich weiter Zugänge, Gehör und Teilhabechancen zu erschließen und dabei ausschließenden, diskriminierenden und / oder rassistischen Erfahrungen standhalten zu können. Entsprechend komplementär, möchte das Projekt in den Blick nehmen, wie die Rhetorik von Diversität und gleichen Rechten für alle, in NGOs in eine aktive Auseinandersetzung und ein verändertes Handeln umgewandelt werden kann, um beim Prozess von Öffnung und Anerkennung nicht auf der symbolischen Ebene zu verharren.
Darüber hinaus soll durch die Synthese beider Schwerpunkte des Projekts, die gleichberechtigte Kooperation von Geflüchtetenselbstorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen und Netzwerken gefördert werden.

 

Kontakt:

Sonkeng Tegouffo (Projektleitung)
Email: sonkeng[at]fluechtlingsrat-brandenburg.de
Telefon: 0176/ 81 91 48 72

Büroadresse: Fabrikstraße 10, 16761 Hennigsdorf
offene Sprechzeiten: Dienstag & Donnerstag, jeweils 11-15 Uhr
Montag , Mittwoch und & Freitag nur mit Termin

 

Das Projekt wird gefördert von Pro Asyl:

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Kontakt

Telefonische Sprechzeiten

Wir bieten für Geflüchtete, Berater*innen und Engagierte eine telefonische Erst- und Verweisberatung an. Wir sind jedoch keine Beratungsstelle und bieten keine Einzelfallberatung an. (Weitere Beratungsangebote vor Ort finden Sie hier.)

Montag, Dienstag & Donnerstag
10–13 Uhr

Telefon: 03 31 / 71 64 99

Außerhalb dieser Sprechzeiten sind wir nur per E-Mail erreichbar: info@fluechtlingsrat-brandenburg.de


Consultation hours by phone

We offer initial and referral counselling by telephone for refugees, counsellors and volunteers. However, we are not a counselling centre and do not offer individual counselling. (You can find more counselling services on site here).

Monday, Tuesday & Thursday
10-13 h

Phone: 03 31 / 71 64 99

Outside these consultation hours we can only be reached by email: info@fluechtlingsrat-brandenburg.de

Termine

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KFB-Fachtag Geflüchtete Menschen in ländlichen Räumen – Einladung zum Dialog über Wohnen und Ankommen, 08.07.2024, Potsdam

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Die nächste offene Sitzung findet am Mittwoch, den 26. Juni (online) statt. Das Schwerpunktthema der Sitzung veröffentlichen wir ca. zwei Wochen davor.

Wenn Sie unsere Verteiler abonnieren, erhalten Sie die Einladung zu zukünftigen offenen Sitzung auch per E-Mail zugeschickt.

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Hinweise auf weitere Veranstaltungen, Fortbildungen und aktuelle Informationen schicken wir Ihnen ebenfalls gern zu. Tragen Sie sich dafür einfach in die für Sie passende Mailingliste ein (siehe Infoservice).

Auswechsel-Texte

Aktuell gibt es keine feststehenden Veranstaltungstermine. Unsere offene Sitzung findet jedoch jeweils am letzten Mittwoch des Monats statt. Die jeweiligen Themen veröffentlichen wir ca. zwei Wochen vorher an dieser Stelle. Wenn Sie unsere Verteiler abonnieren, erhalten Sie die Einladung zur Offenen Sitzung auch per E-Mail zugeschickt.

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Die kommende OFFENE SITZUNG am xx.xx. (17-19h) […..]. Wir freuen uns auf rege Teilnahme!

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Hinweise auf weitere Veranstaltungen, Fortbildungen und aktuelle Informationen schicken wir Ihnen auch gern per E-Mail zu. Tragen Sie sich dafür einfach in die für Sie passende Mailingliste ein (siehe Infoservice).