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Trüber Tag in Bahnsdorf – Asylbewerber ziehen ins Dschungelheim

1.12.07 ND
  • Heime
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Es ist amtlich: Ein Waldstück knapp zwei Kilometer vom 300-Seelen-Örtchen Bahnsdorf entfernt wird für rund 30 Asylbewerber das neue Zuhause sein. Das Ambiente ist alles andere als einladend: Ehemalige sowjetische Militärbaracken stehen lose angeordnet auf dem durchgeweichten Rasen. Ein massives Eisentor und ein ehemaliger Wachturm markieren das Gelände. Hinter den Baracken hängen Schilder: “Achtung Munitionsreste. Lebensgefahr!” Allen Protesten zum trotz fand heute der Umzug der Bewohner aus dem Asylbewerberheim Sedlitz nach Bahnsdorf statt. Die Asylbewerber hatten mit Unterstützung des Flüchtlingsrates, der Flüchtlingsinitiative Brandenburg und der Kreistagsabgeordneten der Linkspartei Viola Weinert wochenlang gegen den Umzug protestiert. Sie hatten eine Petition geschrieben und öffentlich Protest angemeldet. Erst gestern waren jedoch Klagen der BewohnerInnen wegen Unzumutbarkeit der Bedingungen in Bahnsdorf vom Verwaltungsgericht Cottbus abgewiesen worden. Punkt zehn Uhr stand dann der Umzugswagen bereit. Wer das Heim in Sedlitz nicht bis 13 Uhr verlässt, mache sich strafbar, schrieb die Ausländerbehörde den BewohnerInnen. Ein Flüchtling berichtete, man habe ihm gedroht: “Entweder du gehst nach Bahnsdorf oder zurück nach Pakistan”. Dennoch waren nur wenige BewohnerInnen anwesend. Der Großteil zog es vor, nicht zu erscheinen und brachte so seinen stummen Protest zum Ausdruck. Die nicht Erschienenen haben jetzt bis zum 17. Dezember Zeit, ihr Hab und Gut abzuholen. In den letzten Wochen machte sich Nervosität breit im Landratsamt. Die vielen Medienberichte drohten am Image der Region zu kratzen. Immer wieder versuchte Landrat Georg Dürschmidt das Heim in Bahnsdorf in gutem Licht darzustellen. Man wolle doch nur das Beste für die Flüchtlinge und Bahnsdorf habe zum Teil sogar bessere Bedingungen als Sedlitz, hieß es. Für Kay Wendel vom Flüchtlingsrat reiner Hohn. In einem Brief an das Verwaltungsgericht Cottbus schreibe das Landratsamt geradezu gegensätzlich, dass die “Abschreckung nicht wirklich politisch Verfolgter” einer der Hauptgründe für die Heimunterbringung sei. Der Flüchtlingsrat will nun die Asylbewerber ermuntern, Anträge auf Wohnungen zu stellen. Die Unterbringung in Wohnungen statt in Heimen sei billiger und menschlicher.

Tim Zülch

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