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Katastrophale Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Waldsieversdorf

Seit 2 ½ Jahren werden die Flüchtlinge hin gehalten und immer wieder vertröstet

Die Asylsuchenden im Flüchtlingsheim in Waldsieversdorf protestieren gegen die Umstände durch die sie gezwungen sind in der Isolation zu leben. Nach 2 ½ Jahren ist ihre Geduld am Ende. Sie veröffentlichen jetzt eine Petition, dass es höchste Zeit wird den seit Jahren versprochenen Umzug zu verwirklichen. Die Petition wurde bisher von 35 HeimbewohnerInnen unterschrieben, wobei im Heim selbst nur noch wenige Personen anzutreffen sind. Die meisten BewohnerInnen sehen sich gezwungen diese menschenunwürdige Unterkunft zu verlassen und sich an anderen Orten aufzuhalten.

Im Januar 2003 wurde das Flüchtlingsheim in Müncheberg geschlossen und dafür das ehemaligen Militärgebäude in Waldsieversdorf zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert. Damals wurde behauptet, dieses Heim sei nur für den Übergang. Ein Umzug in ein Menschenwürdigeres sei geplant. Bis heute hat dieser versprochene Umzug nicht stattgefunden. Mehr noch, Ende März 2005 wurde auch das Heim in Kunersdorf geschlossen und die hier Lebenden mussten ebenfalls nach Waldsieversdorf ziehen. Auch ihnen wurde versprochen, dass spätestens nach vier Wochen dann ein anderes Heim in Strausberg bezugsfertig sei. Heute, vier Monate später, sind die Flüchtlinge immer noch hier. Dabei waren die Lebensbedingungen hier von Anfang an absolut unzumutbar und menschenunwürdig:

  • Die nächste Bushaltestelle ist fast vier Kilometer entfernt, das bedeutete ca. eine Stunde Fußmarsch z.B. beim Einkauf von Lebensmitteln.
  • Das Wasser war ungenießbar und durfte nur abgekocht verwendet werden.
  • Die Heizungen funktionierten nicht.
  • Kühlschränke gab es nur wenige.
  • Ein frei zugängliches Telefon gab und gibt es für die BewohnerInnen auch nicht.

    Auch wenn einige dieser Bedingungen in den letzten Jahren punktuell verbessert wurden, so bleibt die extreme Isolation der Asylsuchenden und die erzwungene Untätigkeit. Die daraus resultierende psychische Belastung hat bei vielen BewohnerInnen mittlerweile Depressionen und auch physische Probleme bewirkt, aber nach wie vor liegt der Umzug in weiter Ferne. Über die Presse war zu erfahren, dass der lange versprochene Umzug Ende diesen Jahres passieren soll. Wann er tatsächlich stattfindet kann oder will niemand sagen: vom Heimbetreiber (Sozialpark MOL) wird auf das Bauamt verwiesen, die die Anträge noch nicht bearbeitet hätten, das Bauamt verweist auf den Sozialpark, die die Anträge noch nicht vollständig eingereicht hätten. Die Verantwortlichen des Landkreises unternehmen offensichtlich auch keine Anstrengungen um den katastrophalen Zuständen in Waldsieversdorf ein Ende zu bereiten.

    Für ein menschenwürdiges Leben der Flüchtlinge zeigt niemand Interesse. Die Verantwortung weist jeder von sich. Würden die politischen Entscheidungsträger im Landkreis nicht absoluten Unwillen an den Tag legen, hätte der Umzug nach Strausberg schon längst geschehen können. Doch auf Landkreisebene ist Menschenwürde ein Fremdwort. Mit der Veröffentlichung der Petition machen die Flüchtlinge auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam und fordern die politisch Verantwortlichen endlich zum Handeln auf.

    Weitere Informationen erhalten Sie im Büro des Flüchtlingsrates Brandenburg. Wir vermitteln auch gerne Kontakte zu BewohnerInnen im Heim.

    Gez. Vera Everharzt

    Petition der Asylsuchenden von Waldsieversdorf, August 2005:

    Wir sind Asylsuchende, die im Landkreis Märkisch-Oderland extrem isoliert von der deutschen Gesellschaft leben. Im Flüchtlingsheim sind offiziell … Menschen gemeldet, aber nur durchschnittlich 18 Personen sind permanent anwesend in der uns zugewiesenen Unterkunft. So unerträglich ist die Situation in dieser Abgeschiedenheit.

    Wir Asylsuchende unterliegen der Residenzpflicht, das bedeutet, wir haben nicht das Recht uns frei zu bewegen sondern dürfen den Landkreis nicht ohne Erlaubnis verlassen.

    Unser Heim in Waldsieversdorf ist besonders abgeschieden im Wald gelegen. Zur nächsten Bushaltestelle müssen wir fast 4 km, also eine Stunde laufen. Zudem gibt es nur wenig Möglichkeiten zu telefonieren.

    Das offizielle Telefon ist für uns nicht rund um die Uhr zugänglich und es wird bei Benutzung genau notiert wer wann welche Telefonnummer angerufen hat. Auch ist bei Telefonaten immer Heimpersonal anwesend. Selbst wer ein Handy besitzt hat in Waldsieversdorf nur sehr schlechten bis gar keinen Empfang.

    Die Gebäude sind so alt und in schlechtem Zustand, dass daran unsere Gesundheit Schaden nimmt. Unsere Kinder dürfen nicht in den Kindergarten, es gibt keine Möglichkeit angemessener medizinischer Betreuung und auch die soziale Betreuung ist in Waldsieversdorf nicht gewährleistet. Seit der Eröffnung des Flüchtlingsheimes (Anfang 2003) in Waldsieversdorf wird uns versichert, dass dieses Heim geschlossen werden soll. Sobald ein besseres Gebäude in Strausberg gefunden ist. Stattdessen wurde im März 2005 das Heim in Kunersdorf geschlossen und auch die Bewohner mussten nach Waldsieversdorf ziehen. Seit dem wird uns alle zwei Wochen ein neues Versprechen gegeben, dass Waldsieversdorf in zwei Wochen geschlossen werden wird. Die Schuld für die Verzögerungen wird von einer Behörde der anderen zugeschoben.

    Diese Situation ist unerträglich und macht uns krank. Wir verlangen nun von den Verantwortlichen diesen Missständen ein Ende zu setzen und uns endlich wie Menschen zu behandeln.

    Die Asylbewerber von Waldsieversdorf

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