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Agrigento – Das lange Warten in Porto Empedocle

Artikel aus Il manifesto von Luca Fazio
Die (Flüchtlings)Organisationen warten auf das Schiff. Aber es landen 70 Afrikaner

Luca Fazio

In der absoluten Gleichgültigkeit ist das Warten noch aufreibender. Porto Empedocle hat für eine Weile dem Meer den Rücken zugekehrt. Lediglich eine kleine Gruppe von Menschen hat gestern den ganzen Tag am Ufer verbracht um den Horizont im Auge zu behalten (zu prüfen). Das Schiff ist 17 Meilen von der Küste entfernt blockiert, außerhalb der Hoheitsgewässer, zu viele, um sich die Form der Cap Anamur auch nur vorstellen zu können, die Schiffe der Küstenwache von Porto Empedocle haben sie jedoch in Sichtweite. Jemand hat sich entschlossen die Nacht dort am Hafen zu verbringen. Emilia Tornatore von Emergency Sicilia, erlebt ein eigenartiges Gefühl der Isolation, die zerstreuten Blicke der Fischer die sie hin und wieder streifen, so als ob sie einen Marsbewohner sehen würden. Die örtlichen Behörden sind noch weniger überschwänglich. Die Küstenwache_, erklärt sie hat uns gesagt, dass die Ankunft des Schiffs nicht von ihnen abhängt, auch sie warten darauf zu erfahren, was sie tun sollen. Wir versuchen die Erlaubnis zu erhalten, das Schiff zu betreten, das wird nicht leicht werden, da im Fall eines Einlaufens des Schiffs sicherlich Polizei und Sicherheitskräfte da sein werden.

Auch Fulvio Vassallo Paleologo von Asgi (Associazione studi giuridici sull’immigrazione) Vereinigung juristischer Studien zur Immigration), gestern Abend in Porto Empedocle um an einer Versammlung teilzunehmen, die einberufen wurde um die Dauer und die Art des Wartens neu zu definieren. Es gab eine Verspätung des Schiffs und die Regierung hat entschieden es nicht in den Hafen einlaufen zu lassen, der Kommandant kann jedoch stets entscheiden wohin er sein Schiff lenkt. Italien, erklärt er, ist nicht verpflichtet das Einlaufen in den Hafen zu genehmigen, aber auch wenn es nicht eine Verpflichtung ist, müsste man die Asylansuchen abwägen. Die Vereinigung Ärzte ohne Grenzen mit Sitz in Ragusa, blieb die ganze Nacht in Alarmbereitschaft, aber man vermutet, dass die Cap Anamur draußen im Meer vor Porto Empedocle bleiben wird. Die Angelegenheit wird in Rom gelöst werden, sagt Giuseppe Mola von Ärzte ohne Grenzen, unser Team ist bereit, wir haben einen Arzt und Sozialarbeiter die Hilfe leisten können, auch wenn das eine nicht alltägliche Situation ist.

Enrico Montalbano vom Osservatorio permanente sull’immigrazione di Agrigento (Ständige Beobachtungsgruppe zu Fragen der Immigration in Agrigento) hat schon viele Bootslandungen gesehen, aber dieses Mal ist es anders. Das ist eine ganz neue Situation für alle, sagt er, wir haben die Schiffbrüchigen von Lampedusa im Jahr 2002 aufgenommen, als 70 Personen starben, und haben die Asylansuchen begleitet, aber das ist das erste Mal, dass einige Flüchtlingen auf einem Schiff blockiert sind, das unter der Flagge eines Landes der europäischen Gemeinschaft unterwegs ist.

Spätabends, es ist kompliziert darüber nachzudenken was getan werden soll, scheint die Situation vollkommen blockiert zu sein, am Hafen sind alle müde und erschöpft. Aber wenn man zu warten weiß, passiert stets etwas an den Küsten Siziliens: um 21 Uhr in Porto Empedocle, unter den Augen der Polizeikräfte kommen aus dem Festhaltelager in Lampedusa 70 Afrikaner. Vermutlich Nordafrikaner. Die Polizei händigt ihnen einen Ausreisebescheid aus und begleitet sie anschließend zum Bahnhof.

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