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Famiientrennung durch Abschiebung: Magomed und seine Familie fehlen in Wandlitz

Bild: Magomed, eines der abgeschobenen Kinder

Gestern Morgen sind ein tschetschenischer erwachsener Vater und seine vier Kindern aus Wandlitz nach Polen abgeschoben worden, obwohl die Mutter noch im Bernauer Krankenhaus liegt.

Mathis Oberhof vom Runden Tisch Toleranz Wandlitz schreibt in einer Pressemitteilung dazu: “Viele von uns, die wir uns seit Monaten um eine menschliche Willkommens-Kultur bemühen, sind schockiert und traurig über eine Aktion, deren Rechtmäßigkeit zumindest Zweifel zu lässt. (...)

Als wir am Pfingstmontag mit 250 anderen Wandlitzerinnen und Wandlitzern gesungen haben: „We shall not be moved“, meinten wir nicht nur, dass wir nicht vor Rassismus zurückweichen. Wir meinten auch, dass unsere Neubürger nicht weg- und abgeschoben werden dürfen.Wenn am 8.August der nächste Runde Tisch der Toleranz tagt, hat er auch die Aufgabe zu beraten, wie Asylbewerber vor ungesetzlichen Abschiebungen künftig geschützt werden können.”
Er geht davon aus, dass die nächtliche Abschiebung der tschetschenischen Familie im Widerspruch zu den gesetzlichen Regelungen stehen, die vorsehen, dass Familientrennungen zu vermeiden sind, und hat sich in einem Brief heute an Bundes- und Landtagsabgeordnete mit der Bitte um Hilfe gewandt .
Mehr über die Familie hier: www.facebook.com/willkommen.in.wandlitz

Diese Abschiebung erinnert an eine ebenso grausame Abschiebung einer (halben) tschetschenischen Famile nach Polen, während die schwangere Mutter der drei Kinder in Bayern blieb.
In einer Reportage in der Zeit erfahren wir, was vermutlich auch die tschetschenische Familie aus Wandlitz in Polen zu erwarten hat: “Der Polizeiwagen fährt weiter an den Stadtrand, wo kasernenartige Gebäude stehen, drei Stockwerke hoch, umgeben von einem meterhohen Zaun. Die Fenster sind vergittert. Hier landen Flüchtlinge, die sich nicht an die Dublin-Verordnung gehalten haben, die selbst entscheiden wollten, in welchem europäischen Land sie Zuflucht suchen, und deshalb die Grenze überschritten. Die meisten sind Tschetschenen. “Bewachtes Verwahrungszentrum” nennt der polnische Grenzschutz die Häuser. Der Unterschied zu einem Gefängnis ist klein. Ruslan Magomadow und seine drei Kinder sind eingesperrt, 23 Stunden am Tag, für eine Stunde dürfen sie in den Hof.” Zeit 14.06.2013: Asylrecht / Grenzen der Barmherzigkeit

Wir hoffen deshalb sehr, dass es den WandlitzerInnen gelingen wird ihre tschetschenischen Nachbarn zurück nach Wandlitz zu holen.

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